
Wer sich international bewirbt oder eine Stelle bei einem multinationalen Konzern anstrebt, steht schnell vor einer Hürde: der englische Lebenslauf. Im deutschsprachigen Raum sind wir an klare Formalien gewöhnt. Ein lückenloser Werdegang, das obligatorische Bewerbungsfoto ganz oben rechts und Angaben zu Geburtsdatum sowie Familienstand galten jahrzehntelang als Standard.
Sobald der Wechsel auf die englische Sprache ansteht, ändern sich die Spielregeln grundlegend. Der Abschnitt für persönliche Daten – im Englischen meist Personal Details oder Contact Information genannt – folgt völlig anderen gesetzlichen und kulturellen Vorgaben. Wer hier die deutschen Gepflogenheiten eins zu eins ins Englische übersetzt, riskiert oft eine sofortige Absage, noch bevor die fachlichen Qualifikationen überhaupt geprüft werden.

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Die Pflichtangaben: Was gehört ganz nach oben?
Der Kopfbereich des englischen Lebenslaufs muss übersichtlich, professionell und auf den ersten Blick erfassbar sein. Personalverantwortliche in internationalen Unternehmen scannen ein Profil in wenigen Sekunden. Folgende Angaben gehören zwingend hinein:
Vollständiger Name: Der Vor- und Nachname bildet die größte Überschrift des Dokuments. Ein vorangestelltes Curriculum Vitae ist überflüssig, da der Kontext ohnehin klar ist.
Wohnort und Land: Die exakte Straße mit Hausnummer ist im modernen Bewerbungsprozess nicht mehr notwendig. Die Nennung von Stadt, Postleitzahl und Land reicht völlig aus, beispielsweise Berlin, Germany.
Telefonnummer: Immer mit der korrekten internationalen Ländervorwahl versehen, damit Recruiter aus dem Ausland ohne Umwege anrufen können.
E-Mail-Adresse: Eine seriöse Adresse, die idealerweise aus Vorname und Nachname besteht.
LinkedIn-Profil: Ein bereinigter Link zu einem aktuellen LinkedIn-Profil gehört heute zum guten Ton und wird von fast allen Personalern angeklickt.
Optional können Kreative, Entwickler oder Designer einen Link zu ihrem Online-Portfolio oder GitHub-Profil ergänzen. Wichtig bleibt: Jede Zeile muss einen direkten Mehrwert für die Kontaktaufnahme bieten.
Typische Stolperfallen: Was im englischen Lebenslauf tabu ist
Der gravierendste Unterschied zwischen dem deutschen Lebenslauf und der englischsprachigen Variante liegt im Antidiskriminierungsrecht. In Ländern wie Großbritannien, den USA, Kanada oder Australien sind Gesetze wie der Equality Act oder die Richtlinien der EEOC extrem streng.
Unternehmen möchten sich vor jeglichem Vorwurf schützen, Kandidaten nach Alter, Herkunft oder familiärem Hintergrund ausgewählt zu haben. Daher werden Bewerbungen, die zu viele private Details enthalten, bei US-amerikanischen oder britischen Firmen oft ungelesen aussortiert.
Folgende Angaben haben im englischen Lebenslauf nichts zu suchen:
Bewerbungsfoto: Weder im britischen CV noch im US-Resume wird ein Foto eingefügt. Einzige Ausnahmen sind Berufe wie Schauspiel oder Modeln.
Geburtsdatum und Alter: Das Alter darf für die Einstellung keine Rolle spielen. Angaben wie Date of birth müssen komplett entfallen.
Familienstand und Kinder: Ob jemand verheiratet, ledig oder geschieden ist, geht den Arbeitgeber nichts an. Begriffe wie single oder married gehören nicht in das Dokument.
Religion und Konfession: Auch wenn dies in Deutschland früher vereinzelt üblich war, ist dieser Punkt international ein absolutes No-Go.
Staatsangehörigkeit: Die Nationalität wird in der Regel weggelassen, es sei denn, man besitzt bereits die uneingeschränkte Arbeitserlaubnis für das Zielland und möchte dies gezielt hervorheben.

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Übersetzungshilfen für die Kopfzeile
Viele Bewerber neigen dazu, deutsche Begriffe Wort für Wort zu übersetzen. Das führt häufig zu holprigen Formulierungen, die unprofessionell wirken.
Anstelle des deutschen Worts Persönliche Daten wird im Englischen schlicht Contact Information oder Personal Details verwendet. In den USA ist die Bezeichnung Contact Details am geläufigsten.
Wer seine Arbeitserlaubnis für ein bestimmtes Land erwähnen muss, nutzt Ausdrücke wie Eligible to work in the UK oder Valid US Work Authorization, anstatt komplizierte Erklärungen zur eigenen Staatsbürgerschaft abzugeben.
Soll der aktuelle Wohnsitz temporär sein, weil ein Umzug geplant ist, empfiehlt sich ein kurzer Zusatz wie Relocating to London in October. Das signalisiert sofortige Einsatzbereitschaft, ohne private Umstände detailliert offenzulegen.
Der perfekte Aufbau in der Praxis
Damit die Kontaktinformationen im Gesamtbild harmonisch wirken, sollten sie direkt unter dem Namen zentriert oder linksbündig platziert werden. Eine kompakte Anordnung spart wertvollen Platz für die wirklich relevanten Abschnitte: die Berufserfahrung (Work Experience), die Ausbildung (Education) und die Kernkompetenzen (Key Skills).
Im angelsächsischen Raum folgt direkt nach den Kontaktdaten häufig ein kurzes Profil, die sogenannte Professional Summary oder das Personal Statement. In drei bis vier prägnanten Sätzen werden hier die größten Stärken und Karriereziele zusammengefasst. Dieser Absatz fesselt die Aufmerksamkeit und leitet nahtlos von den formalen Daten zur beruflichen Qualifikation über.

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Fazit: Weniger ist mehr
Beim Thema Lebenslauf persönliche Daten Englisch gilt eine einfache Grundregel: Fokus auf das Wesentliche. Internationale Arbeitgeber interessieren sich ausschließlich für Fähigkeiten, messbare Erfolge und fachliche Eignung.
Indem private Details wie Alter, Familienstand und Lichtbild konsequent weggelassen werden, entspricht das Dokument internationalen Standards, schützt vor unbewussten Vorurteilen und sorgt dafür, dass die eigene Qualifikation im Mittelpunkt steht.


















